Geschichte zum Schattenstich
In alten Handarbeitsbüchern ist der Stickstich, den wir heute Schat tenstich nennen, unter Kreuznahtstich zu finden. Mit einer Kreuz naht wurden manchmal - als man noch mit der Hand säumte - Klei dungs- oder Wäschestücke verbunden. Zwei Stoffstücke, die aufeinanderlagen, wurden von der linken Seite mit einem geschlos senen Hexenstich überstickt. Auf der Oberseite entstanden zwei par allel verlaufende Steppnähte. Waren die verwendeten Stoffe transpa rent, so schimmerte der Hexenstich durch. War das vielleicht die Geburtsstunde des heutigen Schattenstichs?
Auf feinem Leinen- oder Baumwollbatist finden wir den Schatten stich in alten Weißstickereien. Zarte Blätter, Ranken und Blüten wur den in ihm ausgeführt. Bei der Spitzenstickerei staunen wir heute über die winzigen Schattenstiche, die zur Begrenzung der Ajour- (Zug-) Stickerei dienten.

Die Abbildung zeigt eine besonders hübsche Dresdener Spitze (Point de Saxe) aus dem Jahre 1764. Diese Spitze ist noch so erhalten, wie sie vor 230 Jahren vom Stickstuhl genommen wurde. Die Stickerin hat den unteren Rand noch nicht zur Spitze ausgeschnitten. Es sind noch ein paar Stickproben sichtbar.
Quelle: Henriette Steinacker; Schattenstickerei
Florale Ornamente, die im Schattenstich auf transparente und halbtransparente Einsätze an Blusen und Shirts gestickt werden, sind äußerst dekorativ. Allerdings ist das Anfertigen solcher Stickereien sehr zeitaufwändig und erfordert ein hohes Maß an Kreativität und Erfahrung. Für diejenigen, die nicht die Zeit dazu haben, gibt es eine Alternative. Man kann stattdessen seine Polo Shirts bedrucken lassen. In den Printshops können Sie oftmals zwischen einer Vielzahl unterschiedlichster Motive wählen und sogar eigene Entwürfe auf ein Shirt aufbringen lassen.
Sticken ist ein Hobby, welches in früheren Generationen weit verbreitet war und auch gerade heute wieder bei der Jugend in Mode kommt. Schlichte Kleidung von der Stange lässt sich mit pfiffigen Ideen individualisieren. Wer sich von alten Weißstickereien inspirieren lässt, kann sich an Blumen- oder Rankenmotiven im Schattenstich versuchen. Ob Sie sich beim Verschönern Ihrer Bekleidung für eine aufwändige Schattenstickerei oder nur für das Aufnähen einiger Perlen und Paletten entscheiden, hängt auch davon ab, wie viel Zeit Sie haben.
Längst hat der Schattenstich, wie ihn unserer Großmütter für Weißstickereien erlernt haben, eine Renaissance erlebt. Mit ihm entstehen Ranken und Blütenträume auf zarten transparenten oder halbtransparenten Stoffen. Bevorzugt wird er heutzutage für schöne Dessous verwendet, aber auch für zarte Tischdecken oder für Einsätze an festlichen Blusen. Wer sich selbst an dieser aufwändigen Sticktechnik versuchen will, für den bieten Handarbeitsstuben Hilfestellung beim Sticken an. Am besten nimmt man für diese filigranen Stickereien eine Sticknadel mit feiner Spitze.
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