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STRÜMPFE STRICKEN



Obwohl wir heute durch die Industrie sehr verwöhnt sind und fertige Strümpfe in jeder Form und Stärke erhalten, wollen wir nicht versäumen, auch die Grundlagen für den hand­ gestrickten Strumpf zu lehren. Es gibt noch viele Gegenden, wo nur handgestrickte Strümpfe zur Volkstracht getragen werden und deshalb das Stricken von Strümpfen mit den wunder­ vollsten Mustern fast unumgänglich ist. Aber auch die Modeschöpfer lassen hin und wieder den handgestrickten Strumpf zu seinem Recht kommen, wenn er z. B. zum handgearbeiteten Pulli passen soll.

Es gibt keine Schnitte, nach denen wir gut sit­ zende Strümpfe arbeiten können, doch kann sich jeder eine Übersicht, wie wir unten zeigen, selbst herstellen. Man muss die einzelnen Maße genau feststellen und danach die Zeichnung herstellen. Wir strickten nach dieser Übersicht den Damenstrumpf auf folgender Seite für Schuhgröße 39. Zum Maßnehmen teilen wir die ganze Beinlänge in verschiedene Abschnitte. A -Oberer Rand bis Kniekehle, B -Knie­ kehle bis Wadenanfang, C - Wadenteil, D - Waden ende bis Fersenanfang, E - Füßling. Die Maße innerhalb des Strumpfes geben stets den Umfang des Beines an, die Maße außerhalb des Strumpfes die Länge der verschiedenen Teile. Als Material wählten wir feine Sportwolle und strickten mit Nadeln 2 mm (Durchmesser). Die kleine Strickprobe, die wir über 20 Maschen anfertigten, ergibt, daß 4 Maschen in der Breite auf 1 cm gehen und in der Höhe 11 Reihen auf 2 cm. Wir beginnen am oberen Rand des Strumpfes mit 140 Maschen und benötigen für Teil A (16 cm lang) 88 Runden. Zunächst führt man für das elastische Rändchen 18 Runden 2 Maschen rechts, 2 Maschen links im Wechsel aus. Es bleiben 70 Runden. Bis zum Beginn von Abschnitt B (28 cm Umfang) müssen wir den Umfang um 7 cm ( = 28 Maschen) verringern. Dafür stricken wir 14mal in jeder 5. Runde die 2. und 3. Masche der 1. Nadel überzogen zu-

sammen und die dritt- und vorletzte Masche der 4. Nadel rechts zusammen. Das 1. Bild auf Seite 12 zeigt dieses Abnehmen, allerdings in jeder 4. Runde. In der Mitte laufen 2 Maschen glatt durch, links davon das nach links geneigte und rechts davon das nach rechts geneigte Ab­ nehmen. Nach dem letzten Abnehmen folgen für den Teil B 60 Runden glatt rechts. Für die Wadenbildung Teil C muß man innerhalb der 15 cm die Maschenanzahl um 32 Maschen ver­ ringern. Dafür stricken wir auf gleiche Weise wie bei Teil A und nehmen hier 16mal in jeder 5. Runde 2 Maschen ab. Für Teil D strickt man 66 Runden glatt rechts. Man hat jetzt 80 Ma­ schen in der Runde, die man gleichmäßig auf die 4 Nadeln verteilt. Der Rundenanfang liegt in hinterer Mitte.

Jetzt beginnt die Ferse. Dafür strickt man zu den Maschen der 4. Nadel die Maschen der 1. Nadel noch ab. Die Maschen der 2. und 3. Nadel bleiben inzwischen liegen. Über diese 40 Maschen wird nun die Ferse ausgeführt, die mit einer Rückreihe beginnt. Man strickt in hin- und hergehenden Reihen mit Kettenrän­ dern, siehe Abb. 20. Alle Hinreihen werden rechts, alle Rückreihen links gestrickt. Dabei zur Bildung der beiderseitigen Nähtchen nur in den Hinreihen die 2. und 3. und die dritt- und vorletzte Masche links abstricken. Abb. 30 zeigt eine solche Ferse. In der Höhe soll die Ferse soviel Reihen zählen, wie sie Maschen breit ist. Nach der 38. Reihe (einer Hinreihe) ist sie beendet. Wir stricken nun in verkürzten hin- und hergehenden Reihen das keilförmige Käppchen, auch Deckelchen genannt, welches auf Abb. 30 fertig zu sehen ist. Man beginnt auch hier mit einer Rückreihe, strickt die ersten 21 Maschen der Nadel links ab, dann 2 Maschen links zusammen und noch 1 Masche links, nun wenden. Die 1. Masche wie zum Rechtsstricken abheben, 3 Maschen rechts, die folgenden 2 Ma­ schen rechts zusammenstricken und noch 1 Ma­ sche rechts, dann wenden. Die 1. Masche wie zum Linksstricken abheben, 4 Maschen links, die letzte Käppchenmasche mit der folgenden Fersenmasche links zusammenstricken und die folgende Fersenmasche links nachstricken. Nun das keilförmige Abnehmen regelmäßig fortset­ zen, also in jeder folgenden Reihe die letzte Käppchenmasche mit der folgenden Fersen­ masche zusammenstricken und 1 Masche nach­stricken. Sind alle Fersenmaschen aufgebraucht, ist das Käppchen beendet. Anschließend folgt der Füßling, der wieder in Runden gearbeitet wird. Man faßt an den Fersenrändern die hin­ teren Glieder der Kettenmaschen auf und strickt anschließend an das Käppchen zuerst die Maschen des linken Fersenrandes rechts ver­ schränkt ab, dann die Maschen von der 2. und 3. Beinlingsnadel rechts und dann ebenfalls rechts verschränkt die Maschen des rechten Fersenrandes. Zu den Maschen der 1. und 4. Nadel von den Fersenrändern nimmt man noch je die Hälfte der Käppchenmaschen auf.

 

Der Rundenanfang liegt jetzt in der Mitte des Käppchens. Um wieder auf die Anzahl von 80 Maschen zu kommen, werden nun in jeder Runde die letzten 2 Maschen der 1. Nadel
rechts zusammen und die ersten 2 Maschen der Nadel überzogen zusammengestrickt. Dieses
Abnehmen, das als schräge Linie deutlich zu sehen ist, setzt man fort, bis man auf der 1. und 4. Nadel wieder 20 Maschen hat. Dann folgen an unserem Strumpf noch 35 Runden rechts und darauf das Abnehmen für die Spitze. Da­ für arbeitet man wechselnd 1 Abnehmerunde, auf die einmal 4, einmal 3, fünfmal 2 und fünf­ mal 1 Rechtsrunde folgen. In der Abnehme­ runde stets die 2 letzten Maschen einer Nadel rechts zusammenstricken. Zum Schluß in der gleichen Weise in jeder Runde abnehmen und die letzten 8 Maschen zusammenziehen.

 

 

 




Strumpfstricken ist nicht nur ein wunderschönes Hobby, man erhält auch individuell gearbeitete und komfortabel zu tragende Socken.
Diese bewähren sich nicht nur im Winter, sondern auch und gerade in festen Schuhen, wie zum Beispiel Sicherheitsschuhe oder Gummistiefel. Die "Selbstgestrickten" wärmen nicht nur wesentlich besser als ihre industriellen Kollegen, sondern haben gute schweißaufsaugende Eigenschaften und - wenn qualitativ hochwertige Wolle verwendet wurde - auch eine lange Lebensdauer. Es gibt übrigens spezielle Wolle mit strapazierfähigen Eigenschaften für besonders hohe Anforderungen.
Auch wenn Strumpfstricken in den letzten Jahren eine fast vergessene Handwerkstechnik war, so kommt sie doch heute wieder mehr und mehr in Mode. Die "Selbstgestrickten" sind nicht nur ein schönes Hobby, sondern wärmen unsere Füße und haben ein angenehmes Tragegefühl. Natürlich können die selbstgestrickten Strümpfe nicht nur in Schuhen getragen werden, sondern auch in der Wohnung. Selbst in Wohnungen mit kälteren Fliesenböden bleiben die Füße so angenehm warm. Es gibt übrigens spezielle Stopper-Sohlen zum Aufbügeln.






 

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